Partnerschaftliche Übernahme im Handwerk – ein echter Erfolgsfaktor
Die Entscheidung für eine gemeinsame Übernahme des Elektrobetriebs Dürr fiel bewusst. Nicht aus Zufall, sondern aus Überzeugung.
Als Unternehmer ist man oft Einzelkämpfer. Zu zweit zu sein gibt Sicherheit – man kann sich austauschen und Herausforderungen gemeinsam lösen.
Gerade in der Anfangsphase einer Betriebsnachfolge im Handwerk ist Feedback von außen rar. Entscheidungen müssen schnell getroffen, Verantwortung getragen werden. Die Partnerschaft bietet hier einen entscheidenden Vorteil: unterschiedliche Perspektiven, aber ein gemeinsames Ziel.
Die Aufgaben sind klar verteilt: Ein Partner verantwortet Finanzen, Angebote und Vertrieb, der andere den technischen Bereich, Mitarbeitende, Ausbildung sowie innovative Geschäftsfelder. So entsteht eine Struktur, die sowohl Stabilität als auch Entwicklung ermöglicht.
Jeder bringt seine Stärken ein – genau das macht uns als Duo stark.
Übernahme statt Neugründung: Lernen aus bestehenden Strukturen
Ursprünglich stand auch eine Neugründung im Raum. Heute sind sich beide einig: <s>Die</s>Welche Vorteile die Übernahme eines bestehenden Betriebs bietet, war eines der größten Learnings.
Du startest nicht bei null. Du hast bestehende Kunden, laufende Anfragen und funktionierende Strukturen.
Dieser Grundstock erlaubt es, das klassische Elektrotechnik-Geschäft stabil weiterzuführen – und darauf aufzubauen. Neue Geschäftsfelder wie Photovoltaik, Energiemanagement oder regenerative Energien werden gezielt ergänzt, ohne das Fundament zu gefährden.
Die Herausforderung: zuerst den Bestand sichern, dann Innovation sichtbar machen. Ein Prozess, der Zeit, Investitionen und klare Kommunikation braucht – insbesondere im Marketing.
Beratung, Wachstum und der Blick aufs Unternehmen
Ein zentrales Learning der Übernahme: Es funktioniert nur mit starken Partnerschaften – intern wie extern.
Niemand muss alles allein lösen. Beratung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Professionalität.
Die Handwerkskammer spielte dabei eine wichtige Rolle: von Finanzierungskonzepten über Strukturfragen bis hin zu einem späteren Check-up, der Prozesse, Zusammenarbeit und Entwicklung analysierte.
Besonders relevant wurde das Thema mit dem Wachstum:
Aus neun Mitarbeitenden wurden fünfzehn. Rollen änderten sich, Führung wurde wichtiger als Baustelle.
Irgendwann arbeitest du nicht mehr nur im Unternehmen, sondern am Unternehmen.
Strukturen, Prozesse und Dokumentationen aus früheren Tätigkeiten in größeren Unternehmen halfen, Wissen zu sichern und Verantwortung zu teilen.
Handwerk heute: Sinn, Nähe und Zukunft
Was beide besonders überrascht hat: die unmittelbare Wertschätzung. Nähe zu Kundinnen und Kunden, echte Dankbarkeit – auch bei kleinen Einsätzen.
Man merkt schnell: Für viele Menschen ist das, was wir tun, wirklich wichtig.
← zurück